WELTENWECHSEL.
31. März 2008

Ende aus. Das war’s. Es ist Sonntagabend 8 pm ost-amerikanischer Zeit. Morgen um die selbe Zeit werde ich im Flugzeug sitzen. Zurück in die alte Welt und zurück in mein altes Leben. Daheim wartet vieles auf mich. Die Uni, die Familie, die Freundin und meine Freunde. Ich freue mich so sehr darauf euch alle wiederzusehen. Dennoch ist der Abschied von New York kein Abschied ohne Trauer. Vom Vollzeitjob ins Studentenleben, von der hohen Geschwindigkeit New Yorks ins geschwindigkeitsbegrenzte Deutschland; dort wo alles seine Ordnung hat. Von der Altbauwohnung mit Blümchentapete ins weiße IKEA-Paradies, vom Empire zum Iduna-Hochhaus und vom Englischen ins Deutsche. Eine seltsame Vorstellung wenn plötzlich tatsächlich alle wieder die selbe Sprache sprechen. Ich habe mir oft überlegt wie es sich anfühlen wird wieder zurückzugehen und jetzt, wo es so akut ist, fühlt es sich gar nicht an. Meine Sachen sind gepackt, die To-Do-Liste wird immer kürzer und so richtig begreifen kann ich den Wechsel sicher erst wieder daheim. Neun Stunden in einem platzbegrenzten Flugzeug mit schlechtem Multimediasystem und vermutlich zu wenig Schlaf um am Dienstag auch nur halbwegs klarzukommen, aber das wird sich zeigen. Daheim wartet der Umzug nach Düsseldorf, ein erstes Date mit Claudia, zwei bis fünfzehn Bier mit diversen Leuten, Berufsplanung, mein sechstes Semester und Tempo-Taschentücher. Ich bin gespannt auf alles!Die Kurzzusammenfassung der letzten sechs Monate: Schnell und Intensiv. Ich hätte mir mein Praktikum nicht besser vorstellen können, die Stadt ist fantastisch und die Zeit hier war großartig. Einzig die Zeit und Gelegenheit hier den dicksten Freundeskreis aufzubauen hat gefehlt und wäre bei einem Auslandssemster mit Sicherheit eher dagewesen. Dennoch: Ich habe tolle Menschen kennengelernt, viel gesehen, viel unternommen, viel getrunken, viel gegessen und bei der Arbeit vor allem viel gelernt. Und das wird mir fehlen: Die Möglichkeit ständig alles machen zu können. In dieser Hinsicht ist New York wie ein riesiger Spielplatz. Überall passiert immer irgendetwas – und ich habe vermutlich nur den winzigsten Bruchteil davon mitbekommen. Es gab in der ganzen Zeit hier vielleicht ein oder zwei Wochenenden an denen ich mehr oder weniger daheim war. Die Stadt lässt einem keine Ruhe. Wie auch immer: Das hier soll kein Reiseführer werden und dementsprechend belasse ich es mal bei dieser Zusammenfassung. Wer diesen Blog hier einigermaßen regelmäßig verfolgt hat, wird vermutlich einen Eindruck von meinen Erfahrungen hier bekommen haben.Nun aber zu den vergangenen Wochen: Wie ich bereits im letzten Eintrag angekündigt habe, war Sarah zu Besuch was mir ermöglicht hat, meine verbleibende Zeit doch noch mehr genießen zu können. Ansonsten hätte ich meine freien Stunden sicher eher vor dem Computer als draußen in der Sonne verbracht. Tagsüber wurde dennoch gearbeitet, am Abend war dann aber Freizeit. Es gab Dinner beim Inder, Amerikaner, Thailänder, Asiaten, Iren, Italiener und Franzosen – sofern ich noch alles richtig in Erinnerung habe. Danach in der Regel noch Drinks in der ein oder andern Bar. Manchmal mit kubanischer Musik, manchmal im 20. Stock, manchmal auch nur ganz entspannt um die Ecke. Das lange Wochenende bescherte uns eine Downtown-Tour, einen Trip nach Staten Island bei eisigem Wind und bedrückender Stille auf den Straßen, die Durchquerung des gesamten Central Park von Norden nach Süden, ein Fotoshooting von Karl Lagerfeld mit Claudia Schiffer, den Besuch des Bronx Zoo und Williamsburg. Dann war da noch ein Gig von Emily Mure (unsere Rezeptionistin bei Wolff Olins), die eine ganz wundervolle Musikerin ist, meine Abschiedsrede in der Firma, das große Brand-Next-Event über die Zukunft der Marken mit anschliessender Party, der schlimmste Hang-Over in New York bisher, ein Trip zu “Design and the elastic mind” im MoMA mit Kollegen, Abschiedsdinner mit Delphine beim Mexikaner und anschliessenden alkoholhaltigen Getränken, Barbecue mit meinem Mitbewohnern und leckeren Burgern, Packerei und ein letzter Spaziergang zur Brooklyn Heights Promenade bei untergehender Sonne. Klingt viel. War es auch.Ab Dienstagmorgen 7 Uhr weile ich wieder unter euch, mit etwas mehr Haar im Gesicht, weniger Haar auf dem Kopf und so einigen Kilo weniger auf den Hüften. Es liegen noch ein paar unbeantwortete E-Mails in meinem Posteingang und ich hoffe ihr verzeiht mir wenn es a) noch etwas dauert bis ich antworte oder ich b) lieber darauf warte euch endlich in echt wiederzusehen.Ich bedanke mich dafür, dass so viele hier mitgelesen haben und hoffe euch gut mit diesem Blog auf dem Laufenden gehalten zu haben. Der Blog ist damit an seinem Ende und wenn nun alles planmäßig verläuft, gibt es hier in ein paar Wochen ein aktuelles Portfolio meiner Arbeit zu sehen. Bis dahin werden wir uns alle wiedergesehen haben – ich freu mich drauf!

















































